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  • Voller Erfolg beim Sprintrennen des Weltcups in Dalby Forest (GBR)

    2011 - 05.24

    Sprint gegen Moritz Milatz (Foto A. Dobslaff)

    Der vergangene Freitag war ein Tag der das Sprinterherz höher schlagen lässt. So trafen sich alle Anhänger der kurzen, aber intensiven Laktatspülungen um sich in der neu eingeführten Veranstaltung zum Weltcup , bei der jeder Fahrfehler bestraft wird, zu messen. Dazu füllten sich die Gassen der englischen Kleinstadt Pickering nahe Manchester mit  Menschen, die anhand der Stimmung und Lautstärke wahrscheinlich vorher als Eintritt ein Sturzbier exen mussten. Der einsetzende Regen verwandelte die 3 Asphaltkurven, eine enge Friedhofsdurchfahrt mit 8 folgenden Stufen sowie eine S-Kurve durch einen Garten in ein Paradies für Asphaltflechten. Damit jeder Sturz auch dem Publikum präsentiert werden konnte, hatte Sky eine Leinwand sowie etliche Kameras auf der Strecke platziert um auch die Couchpotatos im Wohnzimmer zu unterhalten. An Position 23 war ich an der Reihe. Als Renneinstellung wollte mein Teamchef das Messer zwischen meinen Zähnen sehen. Gesagt getan: Der Einweiser konnte gar nicht so schnell pfeifen, wie ich lossprintete. Auch bei der Friedhofstreppe überflog ich die ersten Stufen, wofür mich die letzten Kanten mit einem astreinen Durchschlag belohnten.  Die folgende Gartendurchfahrt ging ich etwas übermotiviert an, sodass ich gerade noch das Einbiegen in einen Geräteschuppen verhindern konnte (siehe Foto). Dank der langen Zielgeraden konnte ich aber nochmal etwas Zeit gutmachen und bog bei Mitstreitern wie Vorjahressieger Litscher, Nino Schurter, dem deutschen Meister Moritz Milatz und Sprinter Daniel Federspiel mit einem unsicheren Gefühl in den Hinterhof ab, da sich nur die besten 32 für die weiteren Läufe qualifizierten.  Nach wenigen Warteminuten auf der Rolle kamen meine Betreuer mit strahlendem  Gesicht und der Startnummer 9, welche auf die neuntbeste Laufzeit deutete, zurück. Geschafft!

    Im ersten 4er Lauf traf ich auf den bissigen Kanadier Kabush. Nach gutem Start setzte ich mich bis zur Zielgeraden an der Spitze fest und beendete auf einem kräftesparenden aber mindestens nötigen zweiten Platz hinter Kabush. Damit waren die Top 16 waren erreicht.

    Der zweite Lauf sah hoffnunglos aus. Mit den Gegnern Litscher, Kabush und Milatz sowie Pedalproblemen konnte ich mich nur auf Rang drei einordnen, hielt aber das Hinterrad von Milatz. Die letzte Kurve nahm ich an der Haftungsgrenze meines Reifens und gab alles. Wie man auf dem Foto noch erkennen kann, konnte ich kurz vor dem Strich noch den Deutschen Meister stellen und zog ins HALBFINALE ein.  HAMMER!

    Hier  traf ich wieder auf Litscher sowie Jochen Käß. Auch hier verweigerte mir mein Pedal erneut den schnellen Einstieg (wir wurden am Start nicht festgehalten) und ich landete auf Platz Vier. Damit wich der Traum einer Podiumsplatzierung notgedrungen der Vorbereitung auf das kleine Finale.

    Durch die unregelmäßige Benutzung des Sprintrades stand ich auch in diesem Lauf mit der Pedale auf Kriegsfuß. Dennoch drängte ich mich in der ersten Kurve von Rang vier auf drei und verpasste auf der Friedhofstreppe meiner Felge die siebente Kerbe, sodass ich sie nach dem Rennen auch dort abgeben konnte. Auf der Gartenabfahrt gab mir das Adrenalin den Rest und ich driftete am Gartenhaus vorbei in den gegenüberliegenden Busch. Danach war der Abstand uneinholbar, sodass ich mich nur noch um meinen Verfolger Daniel Federspiel kümmern musste und bis zum Ziel PLATZ 7 verteidigen konnte. Nach etwas Frust über die Chancen freute ich mich dennoch riesig so gut bei meinem ersten Weltcupsprint abgeschnitten zu haben.

    Am Sonntag folgte der Cross-Country-Wettbewerb der männlichen Elite. Die Startnummer 111 gab mir das nötige Glück nicht im Startgedränge zu Boden zu gehen und auch nach der Startgeraden schnell durch den Stau zu kommen. Bereits nach der Einführungsrunde konnte ich mich auf Platz 74 festbeißen. In der 3. Runde erwischte ich jedoch auf einer der vielen spektakulären Abfahrten eine schlechte Linie, strauchelte und rettete mich knapp vor einem Sturz. Nicht nur ich musste nach diesem Manöver kurz durchatmen, sondern auch mein Hinterrad hatte dabei etwas zu viel Luft gelassen, sodass ich fast mit einem Platten die letzten zwei Kilometer bis zur Wechselzone holperte. Da Sky den Laufradtausch auch noch filmte, verhinderte das Lampenfieber meines Teamkollegens in der Rolle als Mechaniker einen schnellen Wechsel und ich startete auf 102 wieder ins Rennen. Nach diesem Zwangsstopp und der Belastung  vom Freitag ging mir die Kraft aus und mein Körper legte den Rückwärtsgang ein. So beendete ich den Weltcup auf Rang 109.

    Im Einzelzeitfahren neben dem gefürchteten Schuppen (Foto: Aandreas Dobslaff/ Sportograf)

    In dieser Woche werde ich mich bestmöglich erholen denn bereits am Donnerstag geht es Richtung Offenburg, wo ich am Freitag zum zweiten Weltcupsprint meinen Pedalen den Kampf ansagen werde. Sonntag findet dann das Cross-Country Rennen der Männer statt.