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  • Sprint DM und seine Gesetze, Podium beim Ultra Bike am 17.6.12

    2012 - 06.24

    der Double, mein Sorgenpferd

    Gefühlstechnisch ähnelte die DM-Vorbereitungswoche einer Achterbahn. Nach einer großen Herausforderung auf privater Ebene habe ich mich dazu entschieden, diese Situation komplett auszublenden und mich ausschließlich auf mein Saisonhighlight, die MTB-Sprint-DM zu konzentrieren. Schließlich habe ich als Ziel ausgegeben mit Metall nach Hause zu kehren. Nach Übernachtung bei meinem alten Trainingskollegen Birkenfeld, reiste ich am Freitag in Kirchzarten an. Hier traf ich zusammen mit meinem Teamkollegen, Mechaniker und neuem, guten Freund Andy auf eine Strecke, die auf einem Großteil der Tartanbahn des Stadions verlief, über einen Hügel auf eine angrenzende Wiese führte, dort 3 Kurven mit Anlieger und einen Double-Sprung beinhaltete und am Ende über einen Drop zurück auf die Laufbahn bog. Ich kämpfte nach einem Fast-Sturz am Double mit meiner Kopfblockade. Auf Andys Bitte nach 2 h Streckentraining den Hunger zu bekämpfen, hörte er von mir die folgenden 30 min nur „noch eine Runde problemlos und dann passt‘s“, bis auch bei mir der Gedanke an ein Rumpsteak überhand nahm.
    Am Samstag wachte ich neben meinem Gefühlschaos auch noch, kaum zu erwarten, mit schweren Beinen auf. Nach gutem Warm-Up startete ich im Einzelzeitfahren mit Volldampf. Leider nur bis zur ersten Bordsteinkante, denn im Eifer des Gefechts hob ich nur das Vorderrad an, was mir der Hinterreifen mit einem Zisch samt Druckverlust heimzahlte. Ich eierte mit halbplattem Reifen über die veranschlagten 2 Runden und walzte nach 2:28 min über den Zielstrich. Zögerlich blickte ich auf die Positionstafel, denn nur die besten 36 Fahrer qualifizierten sich, erstaunlicherweise auch ich mit Platz 20. Motiviert und mit mehr Luftdruck startete ich im Viertelfinale und konnte mich hinter Heiko Gutmann und vor Wenzel Böhm-Gräber in das Halbfinale schieben. Mein Angriffspunkt im kommenden Rennen war für den Beginn der 2. Runde geplant, allerdings wurde ich hier eingeklemmt und musste auf Rang 5 in die Schlussrunde gehen. Im Sprung konnte ich mich auf Schlagweite zu Platz 4 vorkatapultieren, musste aber in der letzten Kurve die Notbremse ziehen, da Markus Schulte-Lünzum seine Linie nicht verlies und wir sonst beide am Absperrgitter gehangen hätten. Danach konnte ich die entstandene Lücke nicht mehr schließen und musste mit dem kleinen Finale von Platz 7-12 schwer enttäuscht vorlieb nehmen. Hier brodelte die Wut in meinem Bauch, so fruchtete meine Attacke auf der letzten Schleife und ich sicherte mit einem gesunden Puffer den Sieg im kleinen Finale und somit einen Gesamtrang 7. Die Beine waren also bereit. Glückwunsch an Gegenheimer, Pfäffle und Eyring zu den Medaillen!!!
    Am Sonntag zum Ultra Bike Marathon über 42 Kilometer setzte ich mit Starrgabel und nur einem Kettenblatt alles auf eine Karte. Ich hatte den Punch in den Beinen und an Motivation fehlte es sowieso nicht. Am vorletzten Berg konnte ich mich mit Marcel Fleschhut und einem Wheelerfahrer absetzen. An der letzten Verpflegungszone klemmte mich das Führungsmotorad bei der Flaschenannahme ein und Fleschhut setzte einen sehr unsportlichen Angriff. Das Schließen der Lücke musste ich am kommenden Berg mit Krämpfen bezahlen. Dennoch hatte die Defekthexe ein Auge für Fairness und strafte ihn mit einem Platten oder Sturz ab. Bereits das Nachdenken über Mitleid fiel mir schwer. Danach schloss der Sprint-DM-Zweite Pfäffle zu mir auf. Auf der letzten Abfahrt vergaß der Lokalmatador wahrscheinlich den Besitz seiner Bremsen. Ich riskierte mit meinen Semislicks unter dem Zwang mein Leben und das der überrundeten Fahrer. Auf den letzten Kilometern machten wir fast Stehversuche, da keiner von uns führen wollte. So setzte ich im Stadion von Rang 2 den Sprint an und konnte Christian knapp, aber entscheidend bezwingen. Das deutete nochmals auf die Chancen vom Vortag und auf das Potenzial für die Zukunft. Zu unserer Überraschung verpasste der Wheelerfahrer eine der etwas unscheinbaren Streckenteilungen und überließ uns den Sieg. Man braucht neben Kraft halt auch etwas Auge. So endete ein erlebnisreiches Wochenende mit meinem langersehnten, ersten Saisonsieg.