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  • Die Heubacher Horrorshow mit Dingen, die eigentlich nicht gehen und ein sauberer Einstieg in Münsingen

    2013 - 04.27

    fd47k-u_s3OcIOUAGwKkatxN-Lx4_dB3HG3c-Nz2ZW8_klein  Um die Spannung zu steigern fange ich mal in Münsingen an. Wer das lästige Vorspiel weglassen will und gleich zum Höhepunkt kommen möchte, sollte etwas quer lesen. Aber evtl verpasst ihr was.Wer hat diesen Spruch abends noch nicht gehört… :)

    Bundesliga Münsingen – ein doppelter Erfolg

    Vergangenen Samstag und Sonntag war mal wieder eines dieser Wochenenden, auf die man sich den ganzen Winter gefreut hat und wenn sie anstehen,N2jcml2PnQqjSIXfGqrn7C5OiEMa-JOObMIEGx5oRow,cCADsUefcE4o36Qk_HGspwD6Z5GaJAeihi1fS-BD1LM wünscht man sich, dass sie möglichst schnell vorbei sind. Als Zuschauer macht ein Bundesligasprint richtig Spaß, als Fahrer hingegen macht man sich jedes Mal vor Aufregung fast in die Hose. Ich setzte in diesem Jahr das erste Mal auf mein neues 29 Zoll Fuji Bike, was ich dank Teamsponsoren wie KCNC, ForceFlow (Pitwalk) und besonders mit der Hilfe von ein paar „Schmankerln“ von www.r2-bike.de auf ein Minimum an Gewicht und ein Maximum an Fahrspaß trimmen konnte.

    Im Kampf gegen die Uhr lief es beim Eliminator nicht ganz so gut. Das lag nicht nur an meiner Abneigung mich ohne Gegner für Schmerzen begeistern zu können, sondern auch an der üppigen Trainingszeit von 10 Minuten, die uns der Veranstalter einräumte.  Dabei enthielt uns der Veranstalter sogar die letzte knifflige Kurve und die Zielgerade vor. Ich „eierte“ immerhin noch auf einen zur Qualifikation ausreichenden 19. Platz. Im Viertelfinale konnte ich jedoch den Gegnern meinen Stempel aufdrücken und im Halbfinale zog ich nach einem schlechten Start (1Fuß muss auf dem Boden sein) knapp aber sicher in das große Finale um Platz 1-6 ein. Hier vereinten sich erneut mein Schuh mit der Pedale so optimal wie Öl und Wasser und ich fand mich auf der vorletzten Position wieder.  Doch noch in der ersten Runde stellte ich einen weiteren Konkurrenten. Beim Einbiegen auf die Zielgerade mit der einzigen klaren Überholmöglichkeit rutschte Andy Eyring direkt vor mir weg, ich umsteuerte und sah der Bronzemedaillie direkt ins Auge. Doch ein noch rasanterer Martin Gluth kam nach meinem Ausweichmanöver von innen,  zwang mich an der Absperrung zum Abbremsen (alles fair), erleichterte mich vom Edelmetall und schob mir die Holzmedaille zu. Der Schock saß tief und ich konnte trotz maximaler Anstrengung das Blatt nicht mehr drehen. Dennoch stimmten mich meine gute Form und Platz vier bei einem Internationalen Bundesligasprint sehr zufrieden und deuteten auf viel Spannung in dieser Saison.

    Der Sonntag lief so wie der Samstag aufgehört hatte. Die Beine hatten eine Spannung wie meine Gitarrenseiten zu ihrer besten Zeit und der Erfolgsdruck war auch abgefallen. Kurz vor dem Rennen machte ich mit dem Chef der Geisterfahrer, Tom Wickles, eine Wette, dass ich meine FuriousFred-Reifen ohne Panne ins Ziel bringe. Schade, dass wir nicht um einen EROTIC BIKE WASH gewettet haben. Den Start ging ich lockerer an, um nicht am Ende Krämpfe zu bekommen. Ich machte Stück für Stück Plätze gut bis, glücklicherweise haben wir dann doch nicht um den o.g. Einsatz gewettet, ich KURZ vorne+hinten nachpumpen musste, da die neuen Reifen noch nicht ganz abgedichtet hatten. Danach habe ich wieder kräftig in das Angriffshorn geblasen und bin bis zum Schluss sehr konstante Zeiten gefahren. Das wurde trotz internationaler Besetzung mit Platz 31 belohnt. Auch mein starker Teamkollege Christopher konnte mir diesmal nur eine Minute Rückstand aufbrummen.

    Bundesliga Heubach am 20./21.4.2013:

    Petrus wollte wohl verhindern, dass ich nochmal mit Kollege Wickles wette und verliere. Ich wachte am Samstagmorgen auf und hörte durch das angeklappte Fenster wie die Autos einen Wasserschweif aufwirbelten. Darf nicht wahr sein, REGEN! Statt chillen nach dem Frühstück wechselte ich frustriert auf Schlammreifen und lag damit goldrichtig. Irgendein Spaßvogel hatte mir erzählt, dass die Runde nur auf Asphalt durch das Heubacher „Stadtzentrum“ gehen soll. Der Kurs startete zwar auf Asphalt, führte dann aber über eine schräge, extrem rutschige Wiese in einen verwahrlosten Garten über Gras, viel Schlamm etwas Efeu und weiteren Dingen, die man beim Sprint absolut nicht haben will. Schon beim Anblick meiner nagelneuen FUJI-Sprintwaffe nach dem Streckentest ging mir das Messer in der Tasche auf. Dreck wo das Auge hinguckt. Zur Qualifikation, dem Einzelzeitfahren, löste die Aufregung die Wut ab und ich startete durch wie ein Silvesterknaller im Briefkasten, surfte über die Schlammfelder, driftete um die Kurven und holperte mit der Starrgabel über das Efeu. Mit einem dann eher mäßigen Gefühl rollte ich über den Zielstrich. Da man beim letzten Sprint in Münsingen mit nur 2 Sekunden Rückstand, bei unter einer Minute Fahrzeit, schon aus der nötigen Top 36 rausflog, hatte ich ein flaues Gefühl. Als Moderator Sven Simon die Bestzeit ausrief, schaute ich mich gespannt um, wer hinter mir so schnell gefahren sein sollte. Jedoch fiel anschließend mein Name und mir wurde klar, dass mich meine Mutter zu Recht immer als Dreckspatz betitelt hatte.  Der Tag brachte weitere Überraschungen. Im ersten Viertelfinale spielte ich erneut Blitzknaller, musste aber nach wenigen Metern feststellen, dass ich beim Wechsel des Sprintrades auf mein zweites MTB mit Federgabel nochmal die Schaltung hätte überprüfen müssen. Der Schalthebel funktionierte tadellos, jedoch nicht in Kombination mit dem Schaltwerk. Ich kurbelte also mit Maximalfrequenz auf dem vorletzten (5.) Platz ins Gelände, konnte mich aber bis zur Zielgerade und Wechsel in die zweite Runde auf Platz drei vorschieben. Auf diesem 300m langen Asphaltstück spielte ich dann den Hamster im Laufrad. Ich konnte dabei den verwunderten „Was-macht-der Schätzing-da-eigentlich“-Blick meines Teamchefs wahrnehmen. Dank einer Frequenz von ca. 180 UpM hielt ich Rang drei bis ins Gelände. Hier löste sich bei einem Sprung über einen Absatz die Blockade im Schaltwerk und ich setzte zum Endspurt an. Pünktlich zum Ende war dann kein Gegner mehr vor mir. Zweiter Durchmarsch! Im Halbfinale (zwei  Sechsergruppen) wanderten jeweils die ersten Drei ins Große und die anderen Drei ins Kleine Finale. Ich bog auf Rang Drei ins Gelände, trat am Anstieg in die Pedale und sah zu, wie die Kette an mir vorbei flog. Ich winkte alle anderen freundlich vorbei, hob meine Kette auf, schaute sorgsam nach der

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    eine Kette ist bekanntlich nur so stark wie das schwächste Glied. (Foto: A.Benz)

    Ursache und schmiss sie anschließend, unter vollstem Einsatz meiner Stimmbänder, gegen den nächsten Baum. NIE wieder fahre ich im Sprint ein Kettenschloss!!! Auf  den restlichen eineinhalb Runden zu Fuß blieb mir genügend Zeit die Wut für das kleine Finale zu konservieren.  Mit ausreichend Adrenalin sicherte ich mir hier mit klarem Vorsprung den Sieg und damit Gesamtrang Sieben. Leider nur ein kleiner Trost, denn die Frage, wie ich bei dieser Form dem späteren Sieger S.Stiebjahn, sowie S.Gegenheimer(2.), H. Gutmann(3.), M.Schulte-Lünzum(4.), W.Böhm-Gräber(5.) und dem zweiten Kettenrissopfer A. Eyring(6.) den Tag hätte schwer machen können, bleibt offen. Aber es wäre schätzinguntypisch, wenn alles nach Plan laufen würde.

    Nur kurz zum Sonntag: Die Strecke war ekelhaftschlammig bis lehmig, der Heubacher Höllenanstieg war noch genauso steil wie im letzten Jahr. Dafür entlohnte der Downhill jede Runde. Jedoch verlor ich die gewonnenen Meter bei dem Herauskratzen von Schlamm aus meinem verstopften Hinterrad. Platz 43 und die 80%-Regel (bei 80% Rückstand einer Rundenlänge auf den Führenden wird man herausgenommen) beendeten dann mein Leiden.

    Dieses Wochenende hat mein Trainer Speedy wahrscheinlich einen Pakt mit meinen Dozenten geschlossen. Der Wettkampf wurde gestrichen und stattdessen Training und lernen für die FH verordnet. Richtig ungewohnt mal daheim zu sein. Kommendes Wochenende habe ich eine Einladung zu einem Straßenkriterium in Wittenberg erhalten und werde hier mal versuchen ein paar Roadies hops zu nehmen. Ein letzter Feinschliff für meinen Saisonhöhepunkt, die Deutsche Meisterschaft im MTB-Sprint in Singen(BaWü).