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  • Aus Schnee wird Schlamm, die Wand am Sachsenring und hinterlistige Schraubensicherung

    2013 - 04.10

    In den letzten drei Wochen kam wieder einiges an berichtenswerten Erlebnissen zusammen.

    Björndalen würde stolz auf mich sein (Bild:bike-pics.de)

    Bjørndalen würde stolz auf mich sein (Bild:bike-pics.de)

    Fangen wir beim Deutschlandcup in Goseck an. Hier scheute der Veranstalter Whiterock keine Mühe und befreite Großteile der Strecke von den Schneemassen, sodass sich ein hochkarätiges Fahrerfeld in Goseck/ SAH versammelte. Obwohl es sehr kalt und brutal windig war, taute der restliche Schnee samt Bodenfrost weg und verwandelte die Anstiege und Abfahrten mit Südexposition in ein Paradies für jeden Verschleißteileverkäufer. Sobald man aus der Sonne verschwand, verwandelte sich mein (Erd-) Fahrrad in eine Eisskulptur. Schalten mit dem

    Umwerfer war passé und hinten konnte man die funktionierenden Gänge auch an einer Hand abzählen. Ich will aber nicht meckern, alle hatten die gleichen Bedingungen. Jedoch hatte wahrscheinlich keiner so schwere Beine wie ich. So sackte ich auf Platz sieben zurück, konnte aber in der letzten Runde nochmal alles mobilisieren und fuhr auf Tommy Galle und Steve Scheffel auf. Im letzten Flachstück vor dem Ziel suchte ich vergebens nach einer Überholmöglichkeit für Steve, blieb an einem Baum hängen und rollte völlig erschöpft und etwas enttäuscht ins Ziel.

    Am 30.3.2013 startete das Sachsenring-Radrennen. Auf den dünnen Reifen und mit frischeren Beinen genoss ich die Beschleunigung meines Rennrades und eine Maximalgeschwindigkeit von 87km/h. Ich blickte nach der Möglichkeit, mein Sprinttrikot von 2011 zurück zu erobern und entschied mich für die Jo-Jo-Taktik. Am Ende des Anstieges ließ ich mich etwas zurück fallen, rollte auf der Abfahrt wieder an das Feld heran und zog zu Beginn des nächsten Berges an allen vorbei. Das machte einen guten Eindruck, sorgte leider aber auch für laute Worte der Straßenfahrer über die Kollegen aus dem Gelände. Die Krönung war dann noch eine Schlägerei während der Fahrt zwischen zwei Straßenteamkollegen! In der vorletzten Runde entging ich selber nur knapp einem Satz heißen Ohren, als ich mich in eine Lücke eines Teams einordnen wollte, dass an der Spitze Führungsarbeit leistete. Ohne weitere Sperenzchen beendete ich das Rennen im Hauptfeld.

    Auch zum 2. MDC in Bautzen herrschte bis Sonntag noch Winter. So wurde die Strecke mit einem Radlader von Schnee befreit.  Die ersten Sonnenstrahlen verwandelten nicht nur den Schnee in ein braunes Chaos. Auch einige Fahrer waren so nervös, dass nach einem Fehlstart das ganze Fahrerfeld zurückgerufen werden musste. Im zweiten Anlauf kam ich dann nicht mehr als Erster weg und reihte mich auf Position 5 ein. Diese musste ich allerdings in der ersten Runde wieder abgeben, als ich in einer Laufpassage vom Rad sprang und sich der Lenker um 45° drehte. In den Tagen davor hatte ich mit viel Liebe meinen neuen Schatz, ein 29“ Fuji SLM 1.1, in mühsamer Kleinarbeit aufgebaut und dabei sogar die Schrauben mit Schraubensicherung befestigt. Wahrscheinlich hatte ich danach vergessen, sie auch fest zu ziehen. So war ich gezwungen eine Runde etwas geschmeidiger zu fahren. Als mir netterweise Werkzeug gereicht wurde, stellte ich fest, dass ich mit der Schraubensicherung nicht gegeizt hatte. Zurück im Renngeschehen kämpfte ich mit einem starken Tommy Galle und Steve Scheffel und konnte beide letztendlich auf Schlagweite halten. Meine Freude über Rang zwei war aber nur von kurzer Dauer, als am letzten Anstieg im Rückspiegel Steve zum Endspurt auftauchte. Ich entschied mich im Windschatten zu folgen und auf der langen Geraden zum Ziel eine Sprintentscheidung herbei zu führen. Allerdings trat dieser Fall nicht mehr ein. Ich rutschte in der letzten Wendekurve weg, wurde hinter überrundeten Fahrern aufgehalten und versuchte mich mit Bronze anzufreunden. Allerdings auch nur bis mir im Ziel nahegelegt wurde, dass ich in meinem Reparaturwahn einen vorbeifahrenden Tschechen übersehen hatte. Trotz der ansteigenden Form bleibt mir somit nur ein Biss auf meine Holzmedaille und die Gewissheit, dass ich am kommenden Bundesliga-Wochenende nichts anbrennen lasse. Ihr werdet also ein Messer zwischen meinen Zähnen blitzen sehen (welches ich beim kommenden Mitteldeutschlandcup auch nochmal zeigen werde!).